Die Fahrradstadt Erlangen bereitet sich auf den Winter vor

01.12.11
Kategorie: Radverkehr

Mit neuem Räumgerät werden acht Radachsen und ein Netz von Zwischenverbindungen für den Radverkehr freigehalten.

Am 30.11.2011 fand ein Gespräch zwischen dem ADFC und dem Eigenbetrieb Stadtgrün, Abfallwirtschaft u. Straßenreinigung (EB77) statt. Thema war ein gemeinsames Räumkonzept für die Radverkehrsanlagen der kommenden Wintersaison 2011/12.

Zuerst wurde seitens der Stadt der vorläufige Winterräumplan für die Radverkehrsanlagen vorgestellt. Er umfasst acht Winterhauptrouten, die von allen Himmelsrichtungen aus die Innenstadt mit den Stadteilen verbinden. Auf diesen Routen wird mit Priorität 1 gleichberechtigt mit den wichtigsten Kfz-Routen geräumt. Daneben gibt es noch Routen in der zweiten Priorität, die geräumt werden, sobald die knappen Ressourcen der Stadt dies zulassen.
Sind die Wege beider Kategorien geräumt, ergibt sich ein Netz an Wegen, die auch im Winter flächendeckendes sicheres Radeln ermöglichen.

Die Vertreter des Eigenbetriebes, Herr Redel, Frau Totzauer und Herr Graupe, zeigten sich zuversichtlich, dass man gut gerüstet für den kommenden Winter sei. Besonders spürbare Verbesserungen bei der Räumqualität erhoffe man sich von den acht neu angeschafften Schleuderbesen. Das sind Anbauteile, die an Stelle von Räumschildern eingesetzt werden und wesentlich unempfindlicher gegenüber Unebenheiten sind. 

Die ADFC-Vertreter zeigten sich beeindruckt von den verstärkten Bemühungen seitens der Stadt, den Winterdienst auf Radrouten zu verbessern. Gab es doch in den vergangen Jahren durchaus den einen oder anderen Grund, Verbesserungen anzumahnen.

Bei aller Anstrengung wird es wohl auch in dieser Wintersaison wieder Situationen geben, bei denen die städtischen Bemühungen an ihre Grenzen stoßen werden. Immer weniger Mitarbeiter sind für immer mehr Wege in der Hugenottenstadt zuständig. Und wenn der Winter mit ähnlicher Macht wie im Dezember 2010 zuschlägt, ist es absehbar, dass Wege nicht sofort und vollständig geräumt werden können. Zudem sind die Folgen der laufenden Wirtschaftlichkeitsanalyse durch die Fa. Rödl & Partner noch nicht abzuschätzen.

Sollte es daher zu gefährlichen winterlichen Wegeverhältnissen kommen, können diese dem ADFC gemeldet werden. Wir werden sie zusammenfassen und an die Zuständigen weiterleiten. So lassen sich auch die kritischen Schwerpunkte im Stadtgebiet klarer erkennen und gemeinsam mit dem Eigenbetrieb der Stadt Verbesserungen ausarbeiten.

Hr. Graupe wies noch darauf hin, dass einige Wege, zum Beispiel der Radweg auf der Nordseite des Dechsendorfer Dammes nicht geräumt werden können. Mit ca. 60cm ist dieser Weg zu schmal dafür.
Er bittet alle Radfahrer, bei winterlichen Verhältnissen mit Augenmaß zu fahren und gegebenenfalls auf die Fahrbahn (was dann trotz eventueller Benutzungspflicht erlaubt ist) oder auf Alternativrouten auszuweichen.
Im Falle des Dechsendorfer Dammes wird der gemeinsame Fuß- und Radweg auf der Südseite der Fahrbahn zuverlässig geräumt und kann sicher genutzt. Auf der Oststeite der Brücke über die Regnitz gibt es eine Ampel und auf der Nordseite einen Tunnel, die eine sichere Querung des Radverkehrs ermöglichen.

Ein weiterer Punkt, bei dem es immer wieder zu Irritationen auf Seiten der Radfahrer kommt ist die Tatsache, dass die Winterrouten nicht mit den Hauptrouten übereinstimmen.

  • So verläuft der Weg aus dem Osten im Winter über die Drausnickstraße und nicht über die Lange Zeile.
  • Nach Eltersdorf geht es über die Fürther und Äußere Brucker Straße ins Zentrum. 
  • Vom Freibad West geht es nicht über die Pommernstraße weiter, sondern unter der A73 durch und dann ebenfalls über die Äußere Brucker Straße ins Zentrum. 
  • Nach Dechsendorf verläuft die Winterroute ab der Heiligenlohstraße stadtauswärts auf der Fahrbahn und stadteinwärts geht es von Dechsendorf bis zur Einmündung der Heiligenlohstraße auf der Fahrbahn.

Zum Abschluss wurde noch seitens EB77 versprochen, den vorläufigen Winterräumplan möglichst zeitnah zu vervollständigen und dann den Erlangern Radlern zu präsentieren.In Summe kann das Gespräch als sehr produktiv bezeichnet werden, gab es doch auf beiden Seiten neue Einsichten, die das beiderseitige Verständnis wohl nachhaltig verbessern werden.Alles in allem zeigt sich wieder einmal, dass die Verwaltung und der Eigenbetrieb der Stadt Erlangen ihr Möglichstes tun, um auch in Zeiten leerer kommunaler Kassen das Optimum für die Radler zu erreichen.Hierfür möchten wir uns vom ADFC bedanken. Insbesondere bei Fr. Wüstner, die bei aller Auslastung immer die Zeit findet, ein Gespräch wie dieses zu führen.


Die Stadtverwatung informiert auf http://www.erlangen.de/winterdienst über den Winterplan.

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Weitere Seiten zum Thema:
 Räumung der Drausnickstraße - 27.10.2011

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